Oberstufenchor
Schülervertretung

Wissen bekommt in der heutigen Zeit eine zunehmend kürzere Halbwertszeit. Das Wichtigste, was eine Schule ausbilden kann, ist die Fähigkeit zu inneren Umbildungen, die möglichst bis ins hohe Alter erhalten bleibt.
























Häufig werden, wenn man über Waldorfschule spricht, die Besonderheiten der Grundschulstufe in den Blick genommen. Gleichwohl verfolgt die Waldorfschule auch in den Klassen 9-12, also im Lebensabschnitt der zu Ende gehenden Pubertät und des beginnenden Erwachsenenalters, ein eigenes Konzept.

Zentrales Ziel ist es, dem Heranwachsenden in diesem Lebensalter Unterrichtsstoffe zu bieten, die ihn zu einer eigenständigen Orientierung in der Welt befähigen. Dies kann nur gelingen, wenn die erwachenden Denk- und Urteilskräfte und die beginnende Kritikfähigkeit des jungen Menschen berücksichtigt und zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Welt und ihren Gegebenheiten hingeführt werden.

So ist sowohl in den natur- als auch in den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern ein in Ansätzen wissenschaftliches Denken zu erüben, über das der Heranwachsende Einsicht in die Weltzusammenhänge gewinnen kann. Dieser Erkenntnisprozess ermöglicht es, die in der Pubertät aufbrechende Sinnkrise zu überwinden und allmählich ein tiefer gehendes Vertrauen in die Welt zurückzugewinnen.

Der Unterricht in der Oberstufe erfolgt (mit Ausnahme der 13. Klasse) weiterhin in Epochen, d.h., im ersten, knapp zweistündigen Unterrichtsblock des Schultages wird mehrere Wochen lang dasselbe Fach unterrichtet. Anders als in der Unter- und Mittelstufe werden die einzelnen Fächer jedoch von Fachlehrern erteilt. Für den Außenstehenden zunächst überraschend, jedoch im Einklang mit den neuesten Ergebnissen der Schlafforschung arbeitet die

Waldorfschule mit den im Nachtschlaf stattfindenden Prozessen. Die Vermittlung des Stoffes erfolgt daher an drei aufeinander folgenden Tagen in einem Dreischritt, der in etwa durch die Begriffe "Wahrnehmen", "Beschreiben", "Begreifen" dargestellt werden kann. Diese Arbeitsform wird durch den Epochenunterricht erheblich erleichtert.

Ein Grundprinzip der Waldorfpädagogik wird in der Oberstufe selbstverständlich beibehalten: Obwohl -wie ausgeführt- die denkerische Auseinandersetzung mit der Welt im Vordergrund steht, gilt doch weiterhin: Der Mensch ist nicht nur ein denkendes, sondern auch ein fühlendes und handelndes Wesen. Konsequenterweise behalten neben Fächern wie Mathematik, Physik Biologie, Informatik, Chemie, Deutsch, Geschichte, Sport, Französisch und Englisch auch die künstlerischen und handwerklichen Fächer ihren Stellenwert und sind ein wesentlicher Teil des Unterrichtsangebotes.



"Kunst ist Gestaltung, sowohl in der Welt der Dinge
als auch im Reich der Seele"
Kunstuntericht an der Waldorfschule

Der Kanon der künstlerischen Fächer ist sehr umfang- reich. Er beinhaltet Musik, Eurythmie und Theater und reicht vom Zeichnen über das Drucken und Plastizieren bis hin zum Malen. Welches künstlerisch- handwerkliche Fach in welcher Klasse gelehrt wird, ist jedoch nicht beliebig, sondern unterliegt, wie jedes andere Unterrichtsfach, dem Lehrplan. Dieser orientiert sich in jedem Schuljahr an dem seelisch- geistigen Entwicklungsstand des Schülers.

Der Kunstunterricht der Oberstufe vermittelt dem heranwachsenden Jugendlichen neben den technisch- handwerklichen Fähigkeiten auch die Möglichkeit, sich bewusst mit seiner sich entwickelnden Persönlichkeit auseinander zu setzen. Im künstlerischen Prozess können die Schüler innere Haltungen nacherleben, die für sie völlig neu sind. Ihr Seelenleben erfährt dadurch eine starke Berei-cherung.

Das Hervorbringen von Kunstwerken ist ein Prozess, der die Präsentation des Werkes vor einem Publikum beinhaltet. Der Schüler erlebt somit eine Spiegelung seiner Leistung und seiner künstlerischen Entwicklung. Jede Theateraufführung, jedes Ausstellen eines Bildes wird somit zu einer Prüfung, ja einer Feuerprobe.



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