Waldorfpädagogik

Im Mittelpunkt der Mensch

Selbständigkeit, Initiativkraft und die Entfaltung schöpferischer Fähigkeiten sind wesentliche Erziehungsziele. Unterstützende Sinnes- und Bewegungsschulung sowie umfangreiche Möglichkeiten, sich künstlerisch, musisch und handwerklich zu betätigen, sind daher integrativer Bestandteil des Unterrichts. Dadurch werden kognitive Fähigkeiten besonders angeregt und gefördert. Im weitesten Sinne geht es immer um erlebnisstarke Beziehungen des Kindes zur Welt, zum Mitmenschen und zu sich selbst.

 

Kein Sitzenbleiben, gemeinschaftliches Lernen

Alle Schüler und Schülerinnen eines Jahrgangs durchlaufen ohne Sitzenbleiben gemeinsam 12 Schuljahre. Das ist unabhängig vom jeweiligen Abschluss. Die unterschiedlichen körperlichen, seelischen und geistigen Potentiale der verschiedenen Menschen gelten grundsätzlich als gleichwertig. Der Lehrplan der Waldorfschulen ist auf die Weite der in den Kindern liegenden seelischen und geistigen Veranlagungen und Begabungen ausgerichtet. Die Motivation zum Lernen wird ohne Noten- und Versetzungsdruck erzeugt.

Kein Notendruck

Die Waldorfschulen verzichten weitgehend auf das übliche Notensystem. Die Zeugnisse bestehen aus möglichst detaillierten Charakterisierungen, die die Leistung, den Leistungsfortschritt, die Begabungslage, das Bemühen in den einzelnen Fächern dokumentieren.

 

Rudolf Steiner (1861-1925)

Rudolf Steiner um 1891/92, Radierung von Otto Fröhlich, Quelle: wikipedia.deEr ist der Begründer der Waldorfschulen, der anthroposophischen Geisteswissenschaft und der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Er war einer der einflussreichsten Reformer des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen und Innovationen inspirieren bis heute Unternehmer, Künstler und Wissenschaftler auf der ganzen Welt und prägen in vielfältigen Formen unser Kultur- und Alltagsleben. Zum 150. Geburtstag des österreichischen Philosophen gab es im Jahr 2011 weltweit Veranstaltungen. Zum Jubiläumsjahr erschien eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Erziehungskunst", die wegen der großen Nachfrage auch als Download erhältlich ist.

Sonderausgabe der „Erziehungskunst" zum 150 jährigen Geburtstag Steiners http://www.erziehungskunst.de/fileadmin/downloads/ausgaben/ez-2011/EK_02_2011.pdf

Die erste Waldorfschule 
wurde 1919 von Rudolf Steiner (1861-1925) in Stuttgart gegründet. Mit ihr wurde zum ersten Mal das Prinzip sozialer Gerechtigkeit im Bildungswesen verwirklicht. Unabhängig von sozialer Herkunft, Begabung und Geschlecht erhielten junge Menschen gemeinsam Bildung. Damit war die Waldorfschule die erste Gesamtschule und Vorreiter der Koedukation von Jungen und Mädchen.

Waldorfschulen international

Waldorfschulen sind die international größte von Staat und Kirche unabhängige Schulbewegung. Weltweit gibt es im Frühjahr 2011 1000 Waldorfschulen, in Europa 689, davon etwa die Hälfte in den Niederlanden und Deutschland. Jedes Jahr kommen etwa 10 Schulen hinzu. Sie sind nicht zentral organisiert, sondern sie schließen sich zu regionalen, nationalen und internationalen Verbänden zusammen und unterhalten eine eigene Lehrerausbildung in 64 Lehrerseminaren und Hochschulen und einer Vielzahl von berufsbegleitenden Seminaren.

 

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